Das ikonische Bild des Inter-Verteidigers Marco Materazzi, der sich an die Schulter von RuiCosta vom AC Mailand lehnt, ist zum Symbol der erbitterten Rivalität zwischen den beiden Vereinen geworden. Das von StefanoRellandini im Mai 2023 aufgenommene Foto fängt einen Moment der Ruhe inmitten des Chaos ein, das während des Viertelfinal-Rückspiels der Champions League 2005 im SanSiro ausbrach, als das Spiel abgebrochen wurde, nachdem Leuchtraketen und andere Gegenstände auf das Spielfeld regneten. Rellandini, der damals für Reuters arbeitete, erklärte, dass das Bild aufgenommen wurde, als Materazzi, der für seinen körperlichen Stil bekannt ist, seinen Ellbogen auf RuiCostas Schulter legte, eine Geste, die die „Schönheit und Kraft“ der beiden Spieler kontrastierte. Das Bild wurde seitdem vor dem bevorstehenden Mailänder Derby auf BBC Two und iPlayer wiederholt.
Das abgebrochene Spiel selbst war ein Wendepunkt in der Saison 2004/05. Milan führte insgesamt mit 3:0, als der Schiedsrichter das Spiel nach 73 Minuten stoppte, nachdem eine Fackel den Kopf von Torhüter Dida nur knapp verfehlte. Das Spiel wurde später an Milan vergeben, der Inter bereits im Halbfinale der vergangenen Saison aufgrund der Auswärtstore ausgeschaltet hatte. Der Vorfall verdeutlichte die intensive Atmosphäre, die ein Spiel zwischen Mailand und Inter im SanSiro umgibt, einem Austragungsort, der sowohl Triumphe als auch Aufruhr erlebt hat. Rellandini erinnerte daran, dass die „Choreografie der Fans riesig und großartig“ sei und dass die Spannung eskalierte, nachdem Inters Tor von Esteban Cambiasso nicht anerkannt wurde, was eine Welle von Leuchtraketen und Gegenständen auslöste, die 15 bis 20 Minuten anhielt.
Das Viertelfinale 2005 war ein Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die auf Startalenten basierten. Milan stellte eine beeindruckende Verteidigung aus Cafu, JaapStam, AlessandroNesta und PaoloMaldini auf, mit einem Mittelfeld, zu dem AndreaPirlo, ClarenceSeedorf, MassimoAmbrosini und Kaka gehörten, und einer Frontlinie, die aus HernánCrespo und AndriyShevchenko bestand. RuiCosta saß auf der Bank. Inter hingegen hatte im Sommer viel investiert und Spieler wie Ronaldo, ChristianVieri, Adriano sowie ein Mittelfeld mit den Schwerpunkten JuanSebastiánVeron und EstebanCambiasso verpflichtet. Das Spiel war ein Schaufenster der gegensätzlichen Stile, die die Rivalität prägten: Milans disziplinierter, taktischer Ansatz gegen Inters Flair und Ehrgeiz.
Das Drama auf dem Spielfeld wurde durch Spannungen außerhalb des Spielfelds noch verschärft. Milans Shevchenko erzielte im Rückspiel den ersten Treffer, doch das Spiel wurde durch ein nicht anerkanntes Tor von Cambiasso nach einem Foul an Dida getrübt. Bei dem anschließenden Fackelvorfall erlitt Dida Verbrennungen an der Schulter und das Spiel wurde für fast eine halbe Stunde unterbrochen, bevor beide Teams vom Spielfeld eskortiert wurden. Rellandini bemerkte, dass das Spielfeld nach den Fackeln „völlig im Nebel“ lag, was es schwierig machte, das volle Ausmaß des Chaos einzufangen, dennoch gelang es ihm, den Moment zu nutzen, der zu einem bleibenden Symbol für die Intensität des Derbys werden sollte.
Mit Blick auf die Zukunft wird das Erbe dieser Nacht weiterhin in der Rivalität widerhallen. Der Vorfall von 2005 bleibt ein warnendes Beispiel dafür, wie schnell ein Kampf gewalttätig werden kann, während das Foto von Materazzi und RuiCosta an die menschlichen Momente erinnert, die selbst in den hitzigsten Kämpfen entstehen können. Während sich die beiden Vereine auf ihr nächstes Aufeinandertreffen vorbereiten, wird die Erinnerung an diesen chaotischen Abend und das ikonische Bild, das er hervorbrachte, zweifellos in den Köpfen von Spielern, Fans und Journalisten gleichermaßen bleiben.
