Mikel Arteta wird bei seinem Spiel gegen Liverpool am Sonntag in die Vergangenheit blicken und hofft, die schmerzhaften Erinnerungen an seine eigenen Niederlagen in Anfield auszulöschen. Der ehemalige Everton-Spieler beschrieb das Gefühl der Hilflosigkeit an der Anfield Road im Jahr 2011 als „bajar“, ein spanisches Wort für „fallen“, und erinnerte sich daran, wie das Spiel nach einem vielversprechenden Start zusammenzubrechen schien. Diese Erfahrung verfolgt ihn seitdem und das bevorstehende Merseyside-Derby wird auf die Probe stellen, ob seine aktuelle Arsenal-Mannschaft endlich den Fluch brechen kann.

Arsenals Bilanz an der Anfield Road war düster. Nach einem Sieg im September 2012, dem zuvor fünf Niederlagen vorausgegangen waren, hat der Verein dort in der Premier League seit 13 Spielen nicht mehr gewonnen, was Liverpools schlechteste Serie auf eigenem Boden einstellt. Ihr einziger neuer Triumph an der Anfield Road war ein Elfmeterschießen-Sieg im Ligapokal 2020, und die 0:4-Niederlage im November 2021, als Arteta im Trainingsraum sogar „You’ll Never Walk Alone“ gespielt hatte, bleibt ein Tiefpunkt. Kritiker wie Gary Neville warfen Arteta vor, es fehle ihm an der Mentalität, große Auswärtsspiele zu gewinnen, eine Behauptung, die dadurch untermauert wird, dass Arsenal seit 2015 Manchester City im Etihad nicht schlagen konnte. Der Trainer muss beweisen, dass seine Mannschaft auch dann Leistung bringen kann, wenn viel auf dem Spiel steht.

Die Mannschaft geht nicht in Bestform in das Spiel. Die Stürmer Kai Havertz und Viktor Gyökeres haben bei Fleetwood einen Startplatz erhalten, ein Schritt, der offenbar gemacht wurde, um den Druck auf Martin Ødegaard zu verringern, aber beide sind außer Form. Bukayo Saka fällt wegen einer Oberschenkelverletzung aus, Noni Madueke ist nach einer Knöchelverletzung fraglich und Max Dowman ist nach einem Einspruch wegen einer Roten Karte für drei Spiele gesperrt. Angesichts dieser Abwesenheiten ist es für Arteta am sichersten, den vorsichtigen Ansatz zu übernehmen, der ihm letzte Saison den Premier-League-Titel einbrachte: eine starke Verteidigung, eine disziplinierte Struktur und eine Konzentration auf Standardsituationen.

Arteta hat die Saison 1988/89 oft als Vorbild dafür angeführt, wie man an der Anfield Road gewinnt. In dieser Saison brauchte George Grahams Arsenal einen 2:0-Sieg, um sich den Titel zu sichern, und er befahl seinen Spielern bekanntermaßen, in der ersten Halbzeit dicht zu bleiben und von Beginn an Angriffe zu verweigern. Grahams Fokus auf die Verteidigung zahlte sich aus, denn Liverpool konnte kein Tor erzielen und Arsenal sicherte sich mit einem Tor in der Nachspielzeit die Meisterschaft. Arteta, der 44 Jahre alt war, als er seinen ersten Meistertitel gewann, hat Grahams Philosophie widergespiegelt und seit seinem Amtsantritt im Dezember 2019 32 1:0-Siege in der Premier League verbucht. Er hat wiederholt die Bedeutung einer soliden Defensivbasis betont und darauf hingewiesen, dass hervorragende Leistungen in diesem Bereich „die Chancen, mehr Spiele zu gewinnen, sehr, sehr erhöhen.“

Das jüngste Ausscheiden von Arsenal im Carabao Cup bei Fleetwood, eine 3:4-Niederlage im Elfmeterschießen, hat den Kader vielleicht überfordert, aber auch einen Lichtblick geliefert: Das Team wird für das Premier-League-Duell frischer sein. Arteta muss den Geist des Triumphs von 1989 aufleben lassen, als Arsenal-Spieler den Liverpool-Fans nach der Hillsborough-Katastrophe sogar Blumen überreichten, um die psychologische Barriere zu überwinden, die sie vom Erfolg in Anfield abgehalten hat. Wenn es ihm gelingt, die Abwehr kompakt zu halten und Standardsituationen zu nutzen, könnte Arsenal endlich den langjährigen Anfield-Fluch beseitigen und sich einen wohlverdienten Sieg sichern.

The GuardianDieser Artikel wurde von ScoreLens auf Basis des Originalberichts umgeschrieben und lokalisiert.
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