Der schottische Fußballverband (SFA) hat bestätigt, dass sowohl Celtic als auch Rangers ihre bevorstehenden Heimspiele im schottischen Pokal ohne Fans austragen werden, nachdem die Berufungen der Vereine gegen die Sanktionen von einem Berufungsgericht abgelehnt wurden. Die am Montag bekannt gegebene Entscheidung sieht außerdem vor, dass die Vereine in jedem ihrer Spiele 100.000 Pfund an die Gastmannschaften zahlen müssen. Ein zuvor ausgesetztes Fanverbot für künftige Verstöße wurde aufgehoben, das Gericht behielt jedoch die derzeitige Sperre bei.
Celtic und Rangers legten ihre Fälle dem Berufungsgremium der SFA vor und argumentierten, dass die Strafen unverhältnismäßig seien. In der Erklärung von Celtic wurde die Strafe als „übertrieben und unverhältnismäßig“ beschrieben und behauptet, es sei eine „falsche Gleichsetzung“ zwischen dem Verhalten ihrer Fans, die in einem Moment der Emotion und des Jubels das Spielfeld betreten hatten, und dem der Rangers-Anhänger gezogen worden. Der Verein bestand außerdem darauf, dass er keine Verantwortung für die Sicherheitsvorkehrungen bei Ibrox trage und daher nicht wie die Rangers behandelt werden dürfe. Die Rangers behaupteten unterdessen, dass die Sanktionen angesichts der Schwere der Störung am Ende des Viertelfinales der letzten Saison gerechtfertigt seien.
Die Schließungsanordnung wurde Ende August nach dem chaotischen Ende des schottischen Pokalviertelfinals 2023/24 in Ibrox verhängt, wo Celtic nach einem Elfmeterschießen als Sieger hervorging. Während der Feierlichkeiten warfen Anhänger Feuerwerkskörper und andere Projektile, verletzten Polizisten und führten bis zum 25. August zu 43 Festnahmen. Eine im Juli veröffentlichte unabhängige Untersuchung unter der Leitung von Mark Blackbourne kam zu dem Schluss, dass der Vorfall „nur sehr knapp zu einer gewalttätigen Massenkonfrontation hätte werden können“. Der Bericht stellte Versäumnisse beider Vereine fest und kritisierte die SFA dafür, dass sie keine strengere Haltung gegenüber Zuschauerstörungen einnahm.
Im September wurde eine Vereinbarung getroffen, Fans von allen Old Firm-Derbys in den SPFL-Wettbewerben der aktuellen Saison auszuschließen. Dennoch bestätigte das Berufungsgericht der SFA die Stadionschließungen für die schottischen Pokalspiele mit der Begründung, die öffentliche Sicherheit zu schützen und die Integrität des Wettbewerbs aufrechtzuerhalten. Die Vereine bereiten sich nun darauf vor, ihre nächsten Heimspiele hinter verschlossenen Türen auszutragen, während die Geldstrafen eine weitere Abschreckung gegen künftige Zwischenfälle darstellen.
